Matratze reinigen: Mit diesen 5 Tipps gelingt es im Handumdrehen

Wir verbringen Nacht für Nacht viele Stunden auf unserer Matratze. Dabei nimmt sie Feuchtigkeit auf und ist regelmäßig Hautschuppen, Staub und anderen alltäglichen Verschmutzungen ausgesetzt. Ein wenig Pflege gehört deshalb dazu.

Aber muss eine Matratze regelmäßig gründlich gereinigt werden? Darf man sie absaugen? Was passiert bei einem Fleck? Und wie pflegt man eine Naturlatexmatratze, ohne den empfindlichen Latexkern zu beschädigen?

Wir haben fünf praktische Tipps zusammengestellt, mit denen sich Matratzen im Alltag sinnvoll pflegen lassen.

Matratze reinigen und pflegen – Tipps zur richtigen Matratzenpflege

1. Morgens erst einmal lüften

Die wichtigste Matratzenpflege beginnt direkt nach dem Aufstehen – und zwar nicht mit Putzen.

Während der Nacht geben wir Feuchtigkeit an unsere Schlafumgebung ab. Deshalb sollte das Bett morgens nicht sofort vollständig zugedeckt werden.

Schlagen Sie die Bettdecke zunächst zurück und lassen Sie die Matratzenoberfläche frei. Gleichzeitig kann das Schlafzimmer kräftig gelüftet werden.

So kann die während der Nacht entstandene Feuchtigkeit besser entweichen.

Auch unter der Matratze muss Luft zirkulieren können. Ein geeigneter Lattenrost beziehungsweise eine ausreichend belüftete Unterkonstruktion ist deshalb wichtig. Der Bereich unter dem Bett sollte nicht so vollgestellt werden, dass die Luftzirkulation unnötig behindert wird.

2. Matratze regelmäßig drehen – wenn das Modell es erlaubt

Viele Matratzen können regelmäßig gedreht werden. Dadurch werden einzelne Bereiche nicht dauerhaft auf exakt dieselbe Weise belastet.

Häufig ist es sinnvoll, Kopf- und Fußende miteinander zu tauschen. Ob zusätzlich Ober- und Unterseite gewechselt werden dürfen, hängt dagegen vom Matratzenaufbau ab.

Bei Matratzen mit speziellen Liegezonen, unterschiedlichen Oberflächen oder eindeutig ausgewiesener Ober- und Unterseite sollte immer die Herstellerempfehlung beachtet werden.

Eine pauschale Regel wie „jede Matratze regelmäßig wenden“ ist deshalb nicht für jedes Modell richtig.

3. Den Matratzenbezug richtig pflegen

Viele Matratzen besitzen einen abnehmbaren Bezug mit Reißverschluss. Das ist praktisch, weil sich bei solchen Modellen der Bezug getrennt vom Matratzenkern pflegen lässt.

Ob der Bezug tatsächlich waschbar ist und bei welcher Temperatur, hängt von Material und Verarbeitung ab.

Baumwoll- oder Lyocellbezüge können je nach Modell waschbar sein. Mit Schurwolle versteppte Matratzenbezüge sind dagegen häufig nicht für eine normale Maschinenwäsche vorgesehen.

Deshalb immer das eingenähte Pflegeetikett beachten. Die Waschbarkeit des Bezuges darf nicht automatisch auf den Matratzenkern übertragen werden.

Bei großen Matratzenbezügen sollte außerdem berücksichtigt werden, ob die heimische Waschmaschine ausreichend Platz bietet. Ein zu großer Bezug kann in einer kleinen Trommel nicht ausreichend bewegt und gespült werden.

4. Flecken möglichst schnell und punktuell behandeln

Ein verschüttetes Getränk oder eine andere Verschmutzung lässt sich trotz aller Vorsicht nicht immer vermeiden.

Frische Flüssigkeit sollte zunächst vorsichtig mit einem saugfähigen, sauberen Tuch aufgenommen werden. Dabei besser tupfen als kräftig reiben.

Bei einem abnehmbaren und laut Pflegeetikett waschbaren Bezug kann dieser anschließend separat behandelt werden.

Aggressive Reinigungsmittel, Bleichmittel oder eine großflächige Durchnässung der Matratze sind dagegen keine gute Idee.

Je nach Bezugsmaterial kann eine vorsichtige punktuelle Behandlung mit wenig Wasser und einem geeigneten milden Reinigungsmittel infrage kommen. Auch hier sollte zunächst die Pflegeanleitung des konkreten Produktes geprüft werden.

5. Matratze schützen, statt ständig reinigen

Eine Matratzenauflage beziehungsweise ein geeigneter Matratzenschoner kann helfen, den eigentlichen Matratzenbezug vor Schweiß, Hautschuppen und kleineren Verschmutzungen zu schützen.

Besonders praktisch sind Auflagen, die sich einfacher abnehmen und entsprechend ihrer Pflegekennzeichnung reinigen lassen.

Wichtig bleibt trotzdem die Belüftung: Eine Auflage sollte nicht dazu führen, dass Feuchtigkeit dauerhaft zwischen den Schichten eingeschlossen wird.

Naturlatexmatratze reinigen – was ist anders?

Bei einer Naturlatexmatratze muss zwischen dem Matratzenbezug und dem Naturlatexkern unterschieden werden.

Ein abnehmbarer Bezug kann – sofern vom Hersteller vorgesehen – separat gereinigt oder gewaschen werden.

Der Latexkern selbst benötigt dagegen normalerweise keine regelmäßige Nassreinigung.

Für unsere Naturlatexmatratzen gilt: Den Naturlatexkern nicht waschen, nicht durchnässen, nicht ausklopfen und nicht mit dem Staubsauger bearbeiten. Auch direkte intensive Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden.

Warum Naturlatex nicht in die direkte Sonne gehört

Sonne erscheint zunächst ideal, um eine Matratze auszulüften. Bei Naturlatex ist direkte Sonneneinstrahlung jedoch nicht empfehlenswert.

Insbesondere UV-Strahlung kann Latexmaterial auf Dauer beeinträchtigen. Eine Naturlatexmatratze sollte deshalb gut belüftet, aber nicht zum „Sonnenbaden“ nach draußen gelegt werden.

Darf man eine Matratze absaugen?

Bei allgemeinen Matratzen-Ratgebern wird häufig empfohlen, die Oberfläche regelmäßig abzusaugen.

Für Naturmatratzen übernehmen wir diese Empfehlung nicht pauschal. Insbesondere der freigelegte Naturlatexkern sollte nicht mit dem Staubsauger bearbeitet werden.

Bei einem abnehmbaren Bezug ist die Pflegeanleitung des jeweiligen Bezuges entscheidend. Staub im Schlafzimmer lässt sich außerdem durch regelmäßiges Reinigen der Umgebung und der Bodenflächen reduzieren.

Darf man Natron auf die Matratze geben?

Natron wird im Internet häufig als universelles Hausmittel zur Matratzenreinigung empfohlen.

Solche Empfehlungen sollte man bei hochwertigen Naturmatratzen nicht ungeprüft übernehmen. Pulver, Flüssigkeit und Reinigungsmittel können je nach Bezug und Matratzenaufbau ungeeignet sein.

Bei einem Fleck ist es deshalb sinnvoller, zunächst das Bezugsmaterial und dessen Pflegekennzeichnung zu prüfen, statt die gesamte Matratze mit Hausmitteln zu behandeln.

Was tun bei unangenehmen Gerüchen?

Nicht jeder Geruch bedeutet, dass eine Matratze gereinigt werden muss.

Gerade Naturmaterialien können einen materialtypischen Eigengeruch besitzen. Bei neuen Produkten kann dieser zunächst stärker wahrnehmbar sein und mit der Zeit nachlassen.

Häufig hilft zunächst ausgiebiges Lüften in einem trockenen, gut belüfteten Raum.

Entsteht dagegen plötzlich ein muffiger oder feuchter Geruch, sollte geprüft werden, ob die Matratze ausreichend belüftet wird und ob sich Feuchtigkeit angesammelt hat.

Matratze und Hausstaubmilben

Matratzen gehören zu den typischen Lebensräumen von Hausstaubmilben, weil dort Wärme, Feuchtigkeit und Hautschuppen zusammenkommen.

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