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Bettdecken aus Hanf – Altbewährtes neu entdecken
Hanf gehört zu den traditionsreichsten Faserpflanzen überhaupt. Lange bevor moderne Kunstfasern entwickelt wurden, nutzten Menschen Hanffasern für Seile, Segel, Säcke und Textilien. Heute wird das traditionsreiche Material auch für moderne Heimtextilien und als Füllmaterial für Bettdecken wiederentdeckt.
Doch was zeichnet eine Hanf Bettdecke eigentlich aus? Wie wird aus einer Hanfpflanze eine textile Faser, für wen eignet sich eine Bettdecke mit Hanffüllung und wie unterscheidet sich Hanf von anderen Naturmaterialien?
Hanf – eine alte Kulturpflanze wird neu entdeckt
Hanf (Cannabis sativa L.) begleitet den Menschen bereits seit sehr langer Zeit als Nutz- und Faserpflanze. Besonders die langen Bastfasern im Stängel machten Hanf zu einem interessanten Rohstoff.
Historisch wurden daraus unter anderem Seile, Säcke, Segeltuch, Bekleidung und andere robuste Textilien hergestellt. Gerade in Zeiten der Segelschifffahrt war die widerstandsfähige Faser von großer Bedeutung.
Mit dem Aufkommen anderer Fasern und neuer industrieller Herstellungsverfahren verlor Hanf als Textilrohstoff zeitweise an Bedeutung. Inzwischen ist das Interesse an der Pflanze jedoch deutlich zurückgekehrt.
Moderne Verfahren ermöglichen es, Hanffasern für unterschiedliche textile Anwendungen aufzubereiten – von Bekleidung und Heimtextilien bis zu Füllmaterialien für Bettwaren.
Wo befindet sich die Hanffaser?
Die für textile Anwendungen interessanten Hanffasern befinden sich im Stängel der Pflanze. Hanf gehört damit – ähnlich wie Flachs beziehungsweise Leinen – zu den sogenannten Bastfaserpflanzen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Faser ist Cellulose. Daneben enthält die natürliche Faser unter anderem Hemicellulose, Lignin und Pektine.
Nach der Ernte müssen die Fasern vom übrigen Pflanzenmaterial getrennt und für die weitere Verarbeitung aufbereitet werden. Dafür existieren unterschiedliche Verfahren. Die Art dieser Verarbeitung beeinflusst später auch die Eigenschaften der gewonnenen Faser.
Interessant: Hanf und Flachs sind botanisch unterschiedliche Pflanzen, liefern aber beide sogenannte Bastfasern. Deshalb weisen ihre Fasern in Aufbau und textiler Verwendung einige Gemeinsamkeiten auf.
Was zeichnet Hanffasern aus?
Hanffasern sind vergleichsweise feste Pflanzenfasern und besitzen eine ausgeprägte Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen.
Gerade diese Feuchtigkeitsaufnahme ist für Bettwaren interessant: Während des Schlafens entsteht durch Körper und Atem Feuchtigkeit. Bei einer Bettdecke spielt deshalb nicht nur die Wärmeleistung, sondern auch der Umgang der verwendeten Materialien mit Feuchtigkeit eine wichtige Rolle für das persönliche Schlafklima.
Wie stark eine Hanffaser Feuchtigkeit aufnimmt und wie sich ein fertiges Textil verhält, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören beispielsweise Hanfsorte, Anbaubedingungen, Fasergewinnung und weitere textile Verarbeitung.
Warum eignet sich Hanf als Füllung für Bettdecken?
Bei einer Bettdecke werden Hanffasern zu einem lockeren Faservlies verarbeitet und anschließend zwischen den Bezugsstoffen versteppt.
Dadurch entsteht eine Bettdecke, bei der das pflanzliche Füllmaterial über die Fläche verteilt und durch die Steppung stabilisiert wird.
Je nach Füllgewicht und Konstruktion lassen sich daraus unterschiedlich warme Bettdecken herstellen. Hanf ist deshalb nicht automatisch eine reine Sommerfaser.
Entscheidend ist immer die gesamte Konstruktion der Bettdecke: Füllgewicht, Dicke des Vlieses, Steppung und Bezugsstoff beeinflussen gemeinsam das Wärmeempfinden.
Hanf Bettdecke für Sommer, Übergang oder Ganzjahr?
Bei der Auswahl sollte deshalb weniger die Frage „Ist Hanf warm oder kühl?“ im Vordergrund stehen, sondern vielmehr: Wie ist die konkrete Hanfbettdecke aufgebaut?
Eine leichte Hanfdecke mit geringem Füllgewicht kann für wärmere Nächte interessant sein. Mit entsprechend höherem Füllgewicht kann Hanf dagegen auch als Übergangs- oder Ganzjahresbettdecke eingesetzt werden.
Menschen unterscheiden sich beim Wärmebedarf erheblich. Schlafzimmertemperatur, Jahreszeit und persönliches Wärmeempfinden sollten deshalb immer mitberücksichtigt werden.
Hanf als vegane Bettdecke
Ein weiterer Grund für das zunehmende Interesse an Hanfbettdecken ist die pflanzliche Herkunft der Faser.
Wer bewusst auf tierische Füllmaterialien wie Schurwolle, Kamelhaar, Alpaka oder Daunen verzichten möchte, findet mit Hanf eine interessante Alternative.
Ob eine komplette Bettdecke als vegan bezeichnet werden kann, hängt allerdings nicht allein von der Füllung ab. Auch Bezugsstoffe, Nähmaterialien, Etiketten und weitere Bestandteile müssen entsprechend berücksichtigt werden.
Hanf, TENCEL™, Baumwolle oder Wolle – wo liegen die Unterschiede?
Die verschiedenen Materialien haben unterschiedliche Eigenschaften. Deshalb gibt es nicht die eine Naturfaser, die für jeden Menschen gleichermaßen die beste Wahl ist.
| Material | Ursprung | Typische Verwendung bei Bettdecken |
|---|---|---|
| Hanf | Pflanzliche Bastfaser | Pflanzliche Füllung für leichte bis wärmere Bettdecken – abhängig vom Füllgewicht |
| Baumwolle | Pflanzliche Samenfaser | Als Bezug und teilweise als Bettdeckenfüllung |
| TENCEL™ Lyocell | Cellulosebasierte Regeneratfaser | Füllmaterial für waschbare Bettdecken verschiedener Wärmeklassen |
| Schurwolle | Tierische Naturfaser | Füllung für Bettdecken verschiedener Wärmegrade |
Ist eine Hanf Bettdecke automatisch nachhaltig?
Solche pauschalen Aussagen sind bei Naturmaterialien nicht sinnvoll. Eine pflanzliche Herkunft allein sagt noch nicht alles über die Umweltwirkung eines fertigen Produktes aus.
Relevant sind unter anderem Anbau, Herkunft, Ernte, Faseraufbereitung, Transportwege, weitere Materialien und die Herstellung der fertigen Bettdecke.
Deshalb lohnt es sich, bei einer Hanfbettdecke nicht nur auf das Wort „Hanf“, sondern auf die möglichst konkrete Material- und Herkunftsangabe zu achten.
Wie pflegt und wäscht man eine Hanf Bettdecke?
Zunächst gilt auch bei Hanf: Eine Bettdecke muss nicht regelmäßig gewaschen werden, nur weil sie benutzt wurde. Häufig reicht es aus, die Bettdecke gut auszulüften.
Wenn eine Wäsche notwendig wird, ist immer das eingenähte Pflegeetikett der konkreten Bettdecke maßgeblich.
Bei aktuellen purNatour-Hanfbettdecken kann – abhängig vom jeweiligen Modell und Pflegeetikett – eine Wäsche bis 60 °C möglich sein. Für die normale Pflege kann eine niedrigere Temperatur materialschonender sein, sofern sie für den jeweiligen Einsatzzweck ausreichend ist.
- Pflegeetikett vor dem Waschen kontrollieren.
- Ausreichend große Waschmaschine verwenden.
- Bettdecke nicht stark in eine zu kleine Trommel pressen.
- Geeignetes Waschmittel nach Pflegekennzeichnung verwenden.
- Auf Weichspüler möglichst verzichten.
- Nach dem Waschen vollständig trocknen lassen.
Weitere materialbezogene Hinweise finden Sie in unseren Pflegehinweisen für Naturtextilien und Bettwaren .
Worauf sollte man beim Kauf einer Hanfbettdecke achten?
Neben dem Füllmaterial selbst sind mehrere Angaben wichtig:
- Füllgewicht: beeinflusst wesentlich den Wärmegrad.
- Materialzusammensetzung: besteht die Füllung vollständig aus Hanf oder aus einer Fasermischung?
- Herkunft: Woher stammen Hanf und weitere Materialien?
- Bezugsstoff: häufig wird Baumwolle verwendet.
- Pflege: ist die konkrete Bettdecke waschbar?
- Größe: neben Standardmaßen können je nach Hersteller weitere Größen erhältlich sein.
- Wärmebedarf: Sommer-, Übergangs- und Ganzjahresdecken unterscheiden sich deutlich.
Die purNatour Hanf Bettdecke
Hanfbettdecken gehören seit vielen Jahren zum Naturbettwaren-Sortiment von purNatour. Dabei verbinden wir Hanf mit weiteren ausgewählten Naturmaterialien und unterschiedlichen Füllgewichten für verschiedene Wärmebedürfnisse.
Bei unseren aktuellen Produkten finden Sie die genaue Zusammensetzung, Füllmenge, Wärmehaltung und Pflegekennzeichnung direkt bei der jeweiligen Bettdecke. Diese aktuellen Produktangaben sind bei der Kaufentscheidung immer maßgeblich.
Fazit: Eine traditionsreiche Faser für moderne Bettwaren
Hanf ist keineswegs ein neuer Textilrohstoff. Im Gegenteil: Die Pflanze blickt auf eine lange Geschichte als Faserlieferant zurück.
Heute ermöglichen moderne Aufbereitungsverfahren eine neue Nutzung dieser traditionellen Pflanzenfaser – auch als Füllmaterial für Bettdecken.
Besonders interessant ist Hanf für Menschen, die eine pflanzliche Alternative zu tierischen Bettdeckenfüllungen suchen. Gleichzeitig sollte die Entscheidung nicht allein aufgrund des Materials getroffen werden: Füllgewicht, Wärmebedarf, Bezug, Verarbeitung und Pflege bestimmen gemeinsam, welche Bettdecke am besten passt.
Quellen & weiterführende Informationen
- Ursprünglicher journalistischer purNatour-Beitrag: „Bettdecken aus Hanf – Altbewährtes neu entdecken“.
- Zimniewska, M. (2022): Hemp Fibre Properties and Processing Target Textile: A Review. Materials 15(5), 1901. Überblick über Aufbau, Eigenschaften, Feuchtigkeitsaufnahme und Verarbeitung textiler Hanffasern.
- European Industrial Hemp Association (EIHA): Informationen zur historischen und modernen Verwendung europäischer Hanffasern.
- Aktuelle purNatour-Produkt- und Pflegeinformationen zu Bettdecken mit Hanffüllung.
Hinweis: Eigenschaften von Naturfasern können je nach Herkunft, Verarbeitung und Produktkonstruktion variieren. Für Pflege und Waschbarkeit einer konkreten Bettdecke ist deshalb immer deren eingenähtes Pflegeetikett maßgeblich.