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Trotz Heuschnupfen: So kommen Sie gut durch die Nacht!
Heuschnupfen hört leider nicht an der Schlafzimmertür auf. Pollen gelangen über Haare, Kleidung, offene Fenster und die Raumluft ins Schlafzimmer und können dort auch nachts Beschwerden verursachen.
Wer unter einer Pollenallergie leidet, kann die Pollenbelastung rund um Bett und Schlafzimmer mit einigen praktischen Maßnahmen reduzieren. Wichtig ist dabei, Heuschnupfen nicht mit einer Hausstaubmilbenallergie gleichzusetzen – beide können ähnliche Beschwerden verursachen, haben aber unterschiedliche Auslöser.
Warum ist Heuschnupfen nachts oft besonders unangenehm?
Bei Heuschnupfen reagiert das Immunsystem auf bestimmte Pflanzenpollen. Typische Beschwerden können eine laufende oder verstopfte Nase, Niesen sowie juckende oder tränende Augen sein.
Wenn Pollen ins Schlafzimmer gelangen, besteht der Kontakt mit dem Allergen auch während der Nacht weiter. Zusätzlich können Pollen an Haaren, Kleidung und Textilien haften und so bis ans Bett gelangen.
Wichtig: Heuschnupfen ist typischerweise saisonal und hängt von der jeweiligen Pollenart ab. Eine Hausstaubmilbenallergie kann dagegen ganzjährig Beschwerden verursachen. Die beiden Allergieformen sollten daher nicht einfach gleichgesetzt werden.
5 Tipps gegen Pollen im Schlafzimmer
1. Lüften nach Pollenbelastung
Bei starkem Pollenflug sollten Fenster möglichst nicht dauerhaft offen stehen. Nutzen Sie nach Möglichkeit Zeiten mit geringerer Pollenbelastung und orientieren Sie sich an aktuellen Pollenflugvorhersagen.
2. Bettwäsche regelmäßig wechseln
Pollen können sich auf Bettwäsche und anderen Textilien ablagern. Regelmäßiges Wechseln und Waschen der Bettwäsche kann helfen, die Belastung rund um den Schlafplatz zu reduzieren.
3. Abends Haare waschen
Wer viel draußen war, kann Pollen über Haare und Haut ins Bett tragen. Duschen und Haarewaschen vor dem Schlafengehen können die Menge an Pollen im Schlafbereich reduzieren.
4. Straßenkleidung draußen lassen
Kleidung, die tagsüber getragen wurde, sollte möglichst nicht im Schlafzimmer ausgezogen oder gelagert werden.
5. Schlafzimmer regelmäßig reinigen
Feuchtes Wischen von Böden und Oberflächen kann dabei helfen, abgelagerte Pollen zu entfernen. Pollenschutzgitter am Fenster können die Belastung zusätzlich reduzieren.
Wann sollte man bei Heuschnupfen lüften?
Früher wurden oft starre Regeln genannt – zum Beispiel morgens auf dem Land und abends in der Stadt. Solche Faustregeln können eine grobe Orientierung geben, sind aber nicht für jede Region, Wetterlage und Pollenart gleich zuverlässig.
Besser ist es, die aktuelle Pollenflugvorhersage zu berücksichtigen. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht beispielsweise einen Pollenflug-Gefahrenindex für wichtige Pollenarten.
Bei hoher Belastung können geschlossene Fenster sinnvoll sein. Gleichzeitig sollte das Schlafzimmer natürlich weiterhin ausreichend gelüftet werden – möglichst zu Zeiten mit geringerer Belastung.
Helfen Pollenschutzgitter am Schlafzimmerfenster?
Pollenschutzgitter können die Menge der von außen eindringenden Pollen reduzieren. Einen vollständigen Schutz bieten sie jedoch nicht.
Besonders sinnvoll können sie an Fenstern sein, die während der Pollensaison regelmäßig zum Lüften geöffnet werden.
Sollte man vor dem Schlafengehen die Haare waschen?
Das kann sinnvoll sein, besonders nach längeren Aufenthalten im Freien. Pollen lagern sich an Haaren und Haut ab und können sonst auf Kopfkissen und Bettwäsche gelangen.
Wer nicht jeden Abend Haare waschen möchte oder kann, kann zumindest versuchen, die Belastung durch Duschen, Kleidungwechsel und das Fernhalten getragener Kleidung vom Schlafzimmer zu reduzieren.
Warum Kleidung nicht ins Schlafzimmer gehört
Jacken, Hosen und andere draußen getragene Kleidungsstücke können Pollen ins Schlafzimmer bringen.
Deshalb empfehlen Allergiefachinformationen, Straßenkleidung möglichst außerhalb des Schlafzimmers auszuziehen und aufzubewahren.
Wie oft sollte Bettwäsche bei Heuschnupfen gewaschen werden?
Eine feste Waschfrequenz für alle Menschen gibt es nicht. Während starker Pollensaison kann es jedoch sinnvoll sein, die Bettwäsche häufiger als sonst zu wechseln.
Entscheidend ist die Waschbarkeit des jeweiligen Textils. Bei Bettbezügen und Laken ist die Pflege meist unkomplizierter als bei gefüllten Naturbettdecken.
Bei Naturbettdecken wichtig: Eine Bettdecke aus Schurwolle, Kamelhaar, Alpaka oder anderen Naturfasern sollte nicht einfach aufgrund einer Pollensaison häufiger gewaschen werden. Maßgeblich sind immer das eingenähte Pflegeetikett und die Pflegehinweise des konkreten Produktes.
Was ist mit Kopfkissen und Bettdecken?
Auch auf Kissen und Bettdecken können sich Pollen ablagern. Dennoch unterscheiden sich Pflege und Waschbarkeit stark nach Material und Aufbau.
Bei waschbaren Bezügen kann regelmäßiges Reinigen sinnvoll sein. Füllungen aus Schurwolle, Naturhaar oder Latex sollten jedoch nicht pauschal gewaschen werden.
Unsere ausführlichen Hinweise finden Sie unter Pflegehinweise für Naturbettwaren und Matratzen .
Hilft ein Luftreiniger bei Pollen?
Luftfilter können je nach Gerät und Filterklasse Schwebstoffe und Pollen aus der Raumluft filtern. Sie ersetzen jedoch nicht automatisch alle anderen Maßnahmen wie Lüften, Reinigen und das Vermeiden zusätzlicher Polleneinträge.
Wer ein Gerät nutzen möchte, sollte auf die Herstellerangaben, Raumgröße und regelmäßige Filterwartung achten.
Was hat ein Gewitter mit Pollenallergie zu tun?
Gewitter können die Pollenbelastung unter bestimmten Bedingungen verändern. Besonders bekannt ist das sogenannte Gewitterasthma, bei dem Wetterlagen mit Gewittern bei empfindlichen Menschen asthmatische Beschwerden auslösen oder verstärken können.
Für Menschen mit Heuschnupfen und insbesondere mit allergischem Asthma kann es deshalb sinnvoll sein, bei entsprechenden Wetterlagen aufmerksam zu sein und individuelle ärztliche Empfehlungen zu beachten.
Heuschnupfen oder Hausstauballergie?
Wenn Beschwerden vor allem saisonal auftreten – beispielsweise während der Gräser-, Birken- oder Haselpollensaison – kann das eher für eine Pollenallergie sprechen.
Eine Hausstaubmilbenallergie kann dagegen ganzjährig Beschwerden verursachen und sich insbesondere im Schlafzimmer bemerkbar machen.
Eine zuverlässige Unterscheidung sollte durch eine ärztliche Allergiediagnostik erfolgen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Zur Behandlung von Heuschnupfen stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehören je nach Situation beispielsweise Antihistaminika oder kortisonhaltige Nasensprays.
Eine spezifische Immuntherapie – häufig auch Hyposensibilisierung genannt – kann bei bestimmten Allergien als längerfristige Behandlung infrage kommen.
Welche Behandlung geeignet ist, sollte individuell mit einer Ärztin oder einem Arzt abgestimmt werden.
Was hilft zusätzlich im Schlafzimmer?
- Fenster bei starkem Pollenflug nicht dauerhaft geöffnet lassen.
- Aktuelle Pollenflugvorhersage beachten.
- Getragene Kleidung außerhalb des Schlafzimmers aufbewahren.
- Nach längerem Aufenthalt im Freien vor dem Schlafen duschen.
- Böden und Oberflächen regelmäßig feucht reinigen.
- Bettwäsche entsprechend Material und Pflegehinweisen regelmäßig wechseln.
- Pollenschutzgitter als zusätzliche Maßnahme erwägen.
Fazit: Weniger Pollen rund ums Bett
Heuschnupfen lässt sich nicht allein durch Veränderungen im Schlafzimmer behandeln. Die Pollenbelastung im direkten Schlafumfeld kann aber durch einige praktische Maßnahmen reduziert werden.
Besonders hilfreich sind ein bewusster Umgang mit Lüften, abendliches Duschen beziehungsweise Haarewaschen, das Fernhalten von Straßenkleidung und regelmäßige Reinigung.
Bei Bettdecken und Kissen sollten dagegen keine pauschalen Waschhinweise gegeben werden. Gerade Naturmaterialien benötigen eine materialgerechte Pflege.
Quellen & weiterführende Informationen
Dieser Beitrag basiert auf dem ursprünglichen journalistischen purNatour-Artikel „Trotz Heuschnupfen: So kommen Sie gut durch die Nacht!“ und wurde für diese Fassung fachlich aktualisiert.
- gesund.bund.de: Heuschnupfen – Diagnose, Behandlung und Therapie. Informationen zu Pollenvermeidung, Haarewaschen vor dem Schlafen, medikamentöser Behandlung und spezifischer Immuntherapie.
- Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums: Ratschläge zur Reduktion der Pollenbelastung. Hinweise zu Kleidung, Haarewaschen, Pollenschutzgittern, Reinigung und Lüften.
- Allergieinformationsdienst: Informationen zur Behandlung von Pollenallergien und zur Reduktion von Allergenen in Innenräumen.
- Deutscher Wetterdienst (DWD): Pollenflug-Gefahrenindex und Informationen zur Pollenmessung.
- Ursprünglicher journalistischer purNatour-Beitrag: Trotz Heuschnupfen: So kommen Sie gut durch die Nacht!
Hinweis: Dieser Ratgeber vermittelt allgemeine Informationen und ersetzt keine allergologische oder ärztliche Diagnose beziehungsweise Behandlung.